Seit nunmehr 80 Jahren, im Jahr 1929 wurde der SV Stegersbach von ein paar fußballbegeisterten Stegersbachern gegründet, und viel ist geschehen in dieser Zeit. Es gab Erfolge, aber auch Misserfolge und Niederlagen. Aber heute können wir stolz auf die Vergangenheit zurückblicken. Das gibt Kraft und Ansporn auch die nächsten Jahrzehnte mit viel Elan und Ausdauer zu meistern.

Der Anfang des SV Stegersbach

Stehend v.l.: Radnetter L., Fenz J., Krammer J., Krammer K., Matthauser E. ,Zweite Reihe: Groß K., Leirer J., Jandrasits G., Erste Reihe: Krammer J., Wagner St., Koköfer A.Als im Jahre 1921 das Burgenland österreichisches Bundesland wurde, gab es im südlichen Teil dieses Landes nur ganz wenige Sportvereine. Jedoch bald nach der Angliederung begann in einigen Gemeinden begeisterte sportliche Tätigkeit. So haben auch in Stegersbach eine Handvoll beherzter Männer den Drang und die Begeisterung für das Fußballspielen verspürt und im Jahre 1929 einen Sportverein ins Leben gerufen. Die Gründer dieses Vereines waren der Gastwirt Adolf Neubauer und die Lehrer Johann Leirer, Emmerich Matthauser und Kurt Groß. Diese und mehrere andere couragierte Stegersbacher hatten bald soviel Interesse für diesen Sport empfunden, dass sich binnen kurzem eine sehr rege Vereinstätigkeit entwickelte.

Natürlich gab es anfangs auch manche Enttäuschungen, denn die ersten Spiele waren nicht gleich von jenem Erfolg begleitet, den alle  Spieler, Mitarbeiter und Zuschauer -gerne gesehen hätten. Stegersbach machte die ersten Gehversuche, und man musste daher einmal einiges lernen, um bei Wettkämpfen auch ernsthaft mitreden zu können. Die Ursachen etlicher Niederlagen waren technische Mängel, die bereits nach kurzer Zeit ausgemerzt werden konnten. Die Aktiven holten sich in fußballerischer Hinsicht bei den anderen Vereinen genügend Erfahrung und guckten sich von manchem erfolgreichen Spieler einiges ab. Und durch zielstrebiges und intensives Training war das Können des Teams nach ein paar Wettkämpfen so weit gediehen, dass es auch mit guten Leistungen aufwarten konnte und damit die Zuschauer und selbst die übrige Bevölkerung, die eigentlich noch immer mit einer gewissen Skepsis das Werk und den Fortgang betrachtete, vom Lebenswillen und von seiner Lebensfähigkeit im sportlichen Bereich zu überzeugen vermochte.

Die damalige Mannschaft setzte sich aus folgenden Spielern zusammen: Tormänner waren Karl Krammer und Dr. Stefan Wagner. In der Verteidigung spielten Josef Krammer, Anton Koköfer und Geza Jandrasits. Die Läuferreihe bestand aus Johann Leirer, Georg Roth, Lorenz Radnetter und Eugen Krammer. Die Stürmerreihe bildeten Franz Koköfer, Julius Fenz, Josef Krammer, Adolf Fenz, Emmerich Matthauser, Otto Röhrich, Johann Holper, Adolf Roth und Kurt Groß.

 Nach dem 2. Weltkrieg

NachkriegsmannschaftSeit der Gründung des Burgenländischen Fußballverbandes im Jahre 1929 (Sitz in Oberwart), in dem alle fußballtreibenden Vereine des südlichen Burgenlandes zusammengefasst werden sollten, gehörte Stegersbach diesem Verband an und nahm auch an den Sitzungen, welche jeden Montag stattfanden, teil, obwohl es kein Mitglied im Verbandsvorstand hatte. In diesem Verband waren nur Vereine der bürgerlichen Richtung vertreten.

Der Meisterschaftsbetrieb war aber nicht gleich voll im Einsatz, und es mussten sich die Vereine zum größten Teil ihre Spielgegner in Ungarn suchen.

Dieser bürgerliche Fußballverband wurde nach 1938 aufgelöst und dem Reichssportverband angeschlossen. Sämtliche Habe musste abgeliefert werden, alle Schulden mussten vom Sekretariat bezahlt werden. Dieser Reichssportverband hat sodann mit Ende des Dritten Reiches seine Auflösung gefunden. In einer Sitzung der Funktionäre des Verbandes Süd wurde auch dessen Auflösung beschlossen, und man ging daran, einen Fußballverband zu gründen, welcher das ganze Land umfassen sollte.

In vielen Orten des Burgenlandes setzte bereits reger Fußballbetrieb ein. Vereine, die schon vor 1938 und zwischen 1938 und 1945 einen Fußballbetrieb unterhalten hatten, machten wieder auf sich aufmerksam. Am 19. Jänner 1946 wurde in Eisenstadt der Vorstand des Burgenländischen Fußballverbandes gewählt. Zu diesem Zeitpunkt bemühten sich der Lehrer Emmerich Matthauser und der Gastwirt Adolf Neubauer um die Wiederbelebung des Vereines. Vor allem machte sich der Weinhändler Josef Krammer sehr verdient und gründete mit dem Schriftführer Josef Brandstätter, Sektionsleiter Franz Fenz und dem Kassier Johann Bischof den Verein neu.

Zu diesen wackeren Männern gesellten sich bald der Kaufmann Lorenz Radnetter, der Tapezierermeister Franz Radnetter (er war kurz vorher auch Kassier) und der Konditormeister Adolf Wagner und kümmerten sich um die Belange und um die Entfaltung des durch die letzten Kriegswirren noch sehr kränkelnden Vereines.

Vorerst wurden nur Freundschaftsspiele ausgetragen. Aber auch diese Begegnungen konnten nur unter schwierigsten Bedingungen stattfinden, denn die Verkehrsverhältnisse waren noch sehr schlecht, die ersten Ausrüstungen für einen funktionierenden Betrieb waren unter jeder Kritik. Aber dem ständigen Bemühen dieser tatkräftigen Männer ist es zu verdanken, dass jeder Spieler bald eine Garnitur Sportbekleidung erhielt. Den beiden Herren Adolf Wagner und Franz Radnetter war es gelungen, eine Autoplane aufzutreiben, aus der dann der Schneidermeister Fenz Hemden für die Mannschaft anfertigte, die ungefähr den Klubfarben des Vereines Stegersbach, nämlich violett-weiß entsprachen.

Die sportlichen Leistungen der Spieler brachten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, denn die Gegner Güssing, Großpetersdorf, Oberwart, Pinkafeld sowie die benachbarten Vereine der Steiermark, die Vereine Körmend und St. Gotthard und der damals schon sehr berühmte Grazer Athletiksportklub - um nur einige zu erwähnen - warteten teilweise mit sehr guten Leistungen auf. Zu den allgemeinen Problemen, die jeder Krieg zwangsläufig mit sich bringt, paarten sich noch die Schwierigkeiten und Hindernisse, die den Verkehr mit der benachbarten Steiermark erheblich beeinträchtigten. Die Demarkationsgrenze zur englischen Besatzungszone konnte nämlich nicht ohne Erlaubnis der russischen Besatzungsmacht überschritten werden.

Nach der Neugründung des Sportvereines Stegersbach irn Jahre 1945/46 wurde nur eine Frühjahrsmeisterschaft ausgetragen. Am 1. Jänner 1946 wurden folgende Spieler dem Burgenländischen Fußballverband, Gruppe Süd, gemeldet: Greiner Franz, Sommer Josef, Kanz Franz, Brunner Otto, Murlasits Martin, Murlasits Franz I, Murlasits Franz 11, Allersdorfer Hermann, Höltl Otto, Schabhüttl Hubert.

Die Anmeldegebühr von ATS 21,-- wurde entrichtet

Eine der bedeutendsten Begegnungen war das Spiel gegen Bad Tatzmannsdorf auf dessen Platz am Ostersonntag 1946. Stegersbach besiegte die Tatzmannsdorfer Mannschaft mit 1:2. Die Begeisterung kannte keine Grenzen, denn unser Verein gab damit, obwohl sein Name nur am Tabellenende zu finden war, ein kräftiges Lebenszeichen. Ansonsten waren jedoch keine Erfolge zu verzeichnen, zählten doch die Vereine Güssing, Großpetersdorf, Rechnitz, Rudersdorf usw. zu den besten des Landes.

Endtabelle dieser Frühjahrsmeisterschaft
1.

Pinkafeld

8 6 2 0 32:12 14
2.

Oberwart

8 6 1 1 26:10 13
3.

Rechnitz

8 5 1 2 20:10 11
4.

Güssing

8 4 1 3 18:21 9
5.

Schachendorf

8 4 0 4 18:16 8
6.

Großpetersdorf

8 3 1 4 21:15 7
7.

Rotenturm

8 3 0 5 26:28 6
8.

Bad Tatzmannsdorf

8 1 0 7 12:31 2
9.

Stegersbach

8 1 0 7 5:37 2

 

Am 15.Juli 1946 startet der SV Stegersbach eine Mitglieder-Werbeaktion. Die ,,sportliebende" Bevölkerung von Stegersbach wurde darin höflich aufgefordert, dem Sportverein recht zahlreich als

*) ausübendes,
*) unterstützendes oder
*) außerordentliches Mitglied

beizutreten.


MitgliedskarteMitgliedskarteDiese Werbeaktion war auch deshalb notwendig geworden, weil die derzeitige Führung des Vereines ein größeres Forum zur Bewältigung anstehender Obliegenheiten brauchte und für die Ende Juni angesetzte Generalversammlung die Unterstützung möglichst vieler Mitglieder suchte. Natürlich spielte dabei auch der finanzielle Aspekt eine bedeutende Rolle. Die einmalige Einschreibgebühr betrug damals S 1 ,--. Die ausübenden Mitglieder unter 18 Jahren zahlten monatlich S 0,50, die ausübenden Mitglieder über 18 Jahren S 1 ,-- pro Monat. Der jährliche Beitrag der unterstützenden Mitglieder belief sich auf S 6,--, die außerordentlichen Mitglieder (Stifter, Gönner, Förderer) sollten pro Jahr einen Mindestbeitrag von S 20,-- leisten.

Mit der Durchführung dieser Werbeaktion wurden der Herr Bürgermeister Felix Wagner, der Zahnarzt Karl Schopf, der Tierarzt Dr. Fritz Scheuhammer, der Amtsleiter Rudolf Jusits und der Friseurmeister Franz Mandler betraut. Diese Aktion war ein voller Erfolg. Eine ansehnliche Zahl der Stegersbacher Bevölkerung trat dem Verein bei. Eine genaue Anzahl konnte nicht eruiert werden. Nun konnte der Verein mit der Unterstützung vieler Stegersbacher rechnen und zuversichtlich in die Zukunft blicken sowie mit neuer Hoffnung an die Arbeit gehen, um den Spielbetrieb störungsfrei weiterführen zu können. Nun war es an der Zeit, den in einem äußerst desolaten Zustand befindlichen Sportplatz auszubauen.

Vor Beginn der Meisterschaft 1946/47 wurden die Vereine in Gruppen und Klassen eingeteilt. Der SV Stegersbach wurde der Gruppe Süd, 1. Klasse, zugeordnet und befand sich mit den Vereinen Güssing, Jennersdorf, Rechnitz, Rudersdorf, St. Michael und Schachendorf in bester Gesellschaft. Der Sportverein belegte hinter Güssing (21 Punkte) und Jennersdorf (14 Punkte) den 3. Tabellenplatz (14 Punkte).

Im Spieljahr 1947/48 war wohl ein neuer Sportplatz da, die Leistungen ließen aber dennoch sehr nach, so dass der Verein in die 2. Klasse abrutschte. Aber schon im Spieljahr 1948/49 trat der erwünschte Erfolg ein. Die Mannschaft spielte mit vollem Einsatz und schaffte den ersten Platz. Als Gruppensieger stieg Stegersbach wieder in die 1. Klasse auf und konnte sich immer in dieser Klasse halten. Die Spieler dieser Aufstiegsmannschaft waren: Siderits, Murlasits, Heschl, Kanz, Just, Hobel, Six, Bischof, Schabhüttl, Rauch, Katits, Hanel, Sommer, Marinits, Krammer, Gager und Tuider.

Mannschaft 1947/48 Besuch von Bundeskansler Figl

In dieser Saison fand auch ein Besuch des damaligen Bundeskanzlers Figl in Stegersbach statt.

Die 50er Jahre

Mannschaft im Frühjahr 1951Dieses Spieljahr begann für unsere Elf sehr viel versprechend - sie erreichte nämlich in neun Begegnungen 15 Punkte und war somit Herbstmeister geworden. Im Frühjahr konnte dieses Resultat zwar nicht mehr gehalten werden, die Mannschaft beendete die Meisterschaft dennoch mit dem verdienten zweiten Platz hinter Bad Tatzmannsdorf.

Auch sechs Jahre nach der Beendigung des Krieges waren noch nicht alle Probleme vollends beseitigt. Es gab - wie schon vorher erwähnt - keine einheitliche Bekleidung bzw. für den Transport der Spieler standen nur sehr wenige oder gar keine Verkehrsmittel zur Verfügung. Die Akteure mussten auf Fahr- oder Motorrädern den Weg zum Austragungsort der Wettspiele zurücklegen. Manchmal ließen sie sich von einem Traktor mit Anhängenwagen dorthin bringen, teils wurden sie auf Lastkraftwagen befördert. Der Personentransport auf Lastwagen war aber auch damals nicht erlaubt, und so musste der Verein 1951 eine Strafe von S 100,-- bezahlen, weil Herr Fenz die Mannschaft zu einem fälligen Meisterschaftsspiel auf der Ladefläche seines Steyr-Diesel brachte.

Mannschaft im Frühjahr 1952Es war aber auch nicht genügend Geld vorhanden, um sich die notwendige Ausrüstung und die für einen ungehinderten Spielbetrieb nötigen Utensilien zu kaufen. Daher bat die Vereinsleitung die Staatsligavereine Admira, Austria, Rapid, Vienna und Wacker um entbehrlich gewordenes Sportzubehör. Leider wurde die Bitte von fast allen Vereinen mit der Begründung abgelehnt, dass auch ihr Verein mit enormen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hätte und daher selbst alle Artikel bis zur Unbrauchbarkeit verwendet werden müssten. Beim BFV hatte Stegersbach jedoch mehr Glück. Der Verband gewährte aus Totomitteln eine Subvention von S 10.000,--. Alle Sorgen waren auch damit noch nicht beseitigt, und daher veranstaltete der Sportverein, um den chronischen Geldmangel ein wenig zu mildern, seine erste Tombola, bei der neben vielen wertvollen Preisen ein Motorrad als Hauptpreis zu gewinnen war. Diese Veranstaltung brachte den Erlös von S 7.000,--. Damit hatte sich der Säckel wieder ein wenig gefüllt, und es konnten mit neuem Mut dringende Aufgaben in Angriff genommen werden.

In der Generalversammlung am 10. Jänner 1954 wurde ein ausführlicher Bericht über die abgelaufenen 2 Jahre gegeben. Finanziell ging es dem Verein damals gar nicht so schlecht, denn bei einem Aufkommen von S 16.881,59 blieb im Jahre 1952 ein Aktivsaldo von S 44,39 das Jahr 1953 schloss mit einem Aktivum (Überschuss) von S 425,37. Welch herrliche Zeit! .

Die Wahl des neuen Vereinsvorstandes brachte folgendes Ergebnis:

Präsident: Adolf Neubauer, Mr.Ph. Hermann Hassl, Johann Kapesky
Obmann: Dr. Demeter Linzer, Ing. Franz Böchheimer, Lorenz Radnetter
Schriftführer: Eugen Halvax, Otto Radnetter, Johann Just
Hauptkassier: Michael Pohn, Franz Bauer, Franz Bischof sen.
Subkassier:  Helmut Tobitsch, Karl Mlinar, Franz Roth
Revisor: Dr. Friedrich Scheuhammer, Hugo Wagner, Hubert Wagner
Sektionsleiter.: Dr. Franz Karl Just, Walter Baumann, Josef Krammer
Trainer: Johann Just, Albert Janisch, Franz Kanz jun.
Zeugwart: Johann Just, Albert Janisch, Josef Horvath
Verbandsdelegierte: Johann Kalchbrenner,Franz Kern
Ordnerobmann: Franz Kanz sen., Viktor Murlasits
Strumaobmann: Karl Schopf Sen., Josef Sommer jun.

Die Funktionäre nahmen ihre Arbeit sehr ernst und erledigten ihre Aufgaben äußerst gewissenhaft und gründlich. Sie verfassten sogar über jedes Meisterschaftsspiel einen ausführlichen Bericht.

Nachstehend zwei Spielberichte aus dem Jahr 1954:

SV Stegersbach, 3.5.1954

Meisterschaftsspiel Rechnitz gegen Stegersbach

Gestern um 17 Uhr standen sich beide Mannschaften zum fälligen Punktekampf gegenüber. Die Spieler beider Parteien wurden zu Beginn auf ein faires Spiel ermahnt, denn es sollten sich keine Reibereien wegen des letzten Spieles wiederholen. Es erschien wieder kein nominierter Schiedsrichter und so stellten wir und der Gegner je einen Unparteiischen und es wurde gelost. Stegersbach gewann das Los und es pfiff das Match Popofsits Karl. Gleich zu Beginn war festzustellen, dass wir es diesmal mit keinem leichten Gegner zu tun haben und in der 10. Minute hieß es bereits 2:0 für Rechnitz. In der 26. Minute schlug es dann in unserem Tor wieder ein. Kurz darauf verletzte sich unser Tormann an der Hand, was aber nicht ernstlich war. Das Spiel wird immer härter und der linke Verteidiger der Rechnitzer wurde zum ersten Mal verwarnt, was beim Publikum nicht gut aufgenommen wurde und dem Unparteiischen Schimpfworte in rauen Mengen einbrachte. Mit 3:O wurden die Seiten gewechselt und der Kampf begann von Neuem. Just musste wegen zu harten Spiels vom Schiedsrichter ermahnt werden. Bei einer Abwehrbewegung von Kanz stürzte ein Rechnitzer Spieler über dessen Fuß wobei sich der Rechnitzer Tormann genötigt sah einzugreifen indem er sich nach einem Sololauf über das gesamte Spielfeld auf Kanz stürzen wollte, jedoch von seinen Klubkameraden wieder gebändigt und in sein Gehäuse zurückgeführt wurde. Wegen diesem Vorfall protestierte ich sofort beim gegnerischen Sektionsleiter, der sich entschuldigte und mir erklärte, dass man diese Aktion nicht ernst nehmen darf, da es sich bei diesem Spieler um einen etwas Geistesbeschränkten handelt.

Die Rechnitzer waren in der Folgezeit auch weiterhin überlegen und bei einem Gedränge vor unserem Tor wurde ein Gegner gefoult, wonach der Schiedsrichter auf die Elfermarke zeigte. Mayer war gegen diesen Schuss machtlos und es stand 4:O. Bei einem der vereinzelten Vorstöße unserer Mannschaft, konnte Siderits ein Tor aufholen. Die Rechnitzer setzten sehr geschickt die Flügelstürmer ein, welche wirklich schöne Flanken zur Mitte brachten. Aus einer dieser Flanken, welche halb volley übernommen wurde, entsprang auch das 5:1, bei dem es auch bleiben sollte.

Unseren Spielern war der Platz etwas zu breit, dadurch konnte man keine schönen Flügelstürmerleistungen sehen. Unsere Mannschaft war außerdem vom Schusspech verfolgt, woran auch der starke Seitenwind schuld war. Rechnitz spielte sehr flott und der Ball wanderte von einem zum anderen, der auch gleich wieder abgab - dies führte zum Erfolg. Über unsere Mannschaft will ich lieber nicht schreiben, denn man konnte ihnen ansehen, dass sie den 1. Mai tüchtig gefeiert haben und mit wenig Kondition auf das Spielfeld kamen. Wirklich gute Arbeit leisteten Kanz, Fenz, Janisch, Mayer, Siderits und Rauch, der einige schöne Schüsse abgab.

Im Vorspiel trennten sich die beiden Jungmannschaften mit einem gerechten Remis. Man sah auf beiden Seiten schöne Leistungen und durch den großen Platz zeigten sich bei beiden Klubs auch vorzeitige Ermüdungen.

Resultate:
Jugend 2:2 (1:1)
Torschützen: Linzer Milan und Linzer Mirko

Kampfmannschaft 5: 1 (3:O) für Rechnitz

W. Baumann Sektionsleiter- Stv.


 Stegersbach, 12.9.1954 

Meisterschaftsspiel SV Stegersbach gegen ASKÖ Kohfidisch - 4:1 (2:0)

Stegersbach war diesmal der Schauplatz eines rassigen und harten Meisterschaftsspieles, wobei auf beiden Seiten mit größtem Einsatz gespielt wurde. Stegersbach wollte für die im Frühjahr erlittene 0:1-Niederlage Revanche nehmen, doch Kohfidisch hatte bereits zwei Spiele in dieser Meisterschaft verloren und wollte endlich wieder zu Punkten kommen. Unter diesen Umständen aber mussten sie unterliegen.

Die Hausherren hatten sich nun ernstlich vorgenommen, wieder das Hauptaugenmerk der Meisterschaft zuzuwenden und bereiteten sich gewissenhaft vor. Da das Training nicht mehr am Tage stattfinden kann, wurden Scheinwerfer montiert, weshalb nun des Nachts nach Arbeitsschluss geübt wird. Außerdem wurde die Mannschaft verschiedentlich neu besetzt, weshalb man ehrgeizige Leistungen erwarten durfte, welche auch tatsächlich eintrafen. Man sah eine Mannschaft wie schon lange nicht mehr und nahm die guten Leistungen dankbar hin.

Kohfidisch verkaufte seine Haut sehr teuer. Obwohl die Einheimischen fast dauernd das Spiel diktieren, kommen sie dennoch öfters durch ihre schnellen Flügel Halper und Wiesauer vor. Enzenberger und Racz zeichnen sich in der Verteidigung aus und Wölfer kämpft wieder mit großer Wirkung als Stopper. Trotzdem können sie nicht verhindern, dass Six einen Handelfer sicher verwandelt und Moritz mit Weitschuss aus schrägem Winkel einschießt. Außerdem wurden auf einmal fünf Corner gegen die Gäste ausgesprochen.

Nach der Pause wird das Spiel offener und Kohfidisch wirft alles nach vor. Mayer E. mit seinen drei Vorderleuten Krammer P, Kanz und Janisch zeichnen sich aus, während Six und Fenz ein ausgezeichnetes Aufbauläuferpaar bilden. Im Sturm war man recht rührig. Krammer H. war sehr schnell und flankte wie Moritz recht vernünftig. Linzer M. bot die gewohnt gute Leistung, während Bischof eine längere Anlaufzeit benötigte. Immer fleißig und ein Hans-Dampf in allen Gassen war Murlasits, dem man seine Spielpause nicht anmerkte. Er war es, der in der 70. Minute nach Vorarbeit von Fenz und Moritz sich das Leder vor dem Strafraum stoppte und unhaltbar einsandte, während Linzer M. fünf Minuten darauf die Gästeverteidigung durchbrach und trotz harter Bedrängung mit Weitschuss das 4:0 fixierte. Die Anstrengung der Gäste wird durch ein Tor in der 82. Minute belohnt, wobei Wiesauer die Vorarbeit leistete. Leider wurden einige Hausherren irn harten Spiel verletzt und Krammer musste kurz vor Schluß sogar aus dem Feld gebracht werden.

Schiedsrichter Horvath (Güssing) amtierte umsichtig.

Dr. F. K. Just
Sektionsleiter

25 Jahre SV-Stegersbach

Im Jahre 1954 war der Verein 25 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde am 18. Juli ein Fest mit folgendem Programm veranstaltet:

  • Radkritierium
  • Abmarsch der Mannschaft vom Klublokal Gashaus Neubauer zum Sportplatz (mit Musikbegleitung)
  • Spiel der ,,Senioren" gegen ,,Alte Herren"
  • FC Fürstenfeld - SV Stegersbach

Anschließend Gartenfest im Gasthof Neubauer.

Die Altherrenmannschaft von 1954
Die Altherren von 1954
Stehend v.l.: Roth F., Krikler K., Roth G., Fenz J., Matthauser E.,
Vorne: Böchheimer F., Kern F., Huber, Kalchbrenner, Baumann W., Brandstätter, Schummer K., Sigl G

Es war ein gelungenes Fest. 500 Zuschauer verfolgten fachkundig und kritisch die Spiele. Senioren gegen Alte Herren trennten sich bei einem Spielstand von 8:6, Stegersbach besiegte Fürstenfeld mit 3:2 (2:1).

Am 1. August 1954 erhielten die Herren Adolf Neubauer (Präsident) und der ehemalige Obmann Josef Krammer die silberne Ehrennadel des BFV

Der am 11. Jänner gewählte Vorstand war nur ein Jahr im Amt, denn schon am 27. Feber 1955 musste eine neue Vereinsleitung gewählt werden:

Obmann: Dr. Linzer D.
Sektionsleiter: Kern F., Ing. Holpfer A.
Schriftführer: Popofsits F., Dr. Just F.
Kassier: Prassnegg F., Tobitsch H.
Verbandsdelegierter: Kalchbrenner H., Ifkovits E

Saison 1955/56

Die Mannschaft in der Saison 1955/56Stegersbach konnte sich in der 1 .Klasse nicht so richtig durchsetzen und nur mäßige Erfolge erzielen. Die gebotenen Leistungen erbrachten in den folgenden Jahren nur Rangplätze im letzten Tabellendrittel. Und diese schlechten Ergebnisse brachten es auch mit sich, dass die Begeisterung in allen Reihen sehr nachließ. Aus dieser Zeit sind auch nur sehr wenige Aufzeichnungen vorhanden. Erst im Jahre 1959/60 hatte sich die Elf ein wenig erholt und schob sich auf den vierten Tabellenplatz vor.

Zu dieser Zeit ließen Disziplin und Ordnung auf dem Spielfeld und auch unter den Zuschauern sehr nach und es kam häufig zu Ausschreitungen. Oft mussten Spiele unterbrochen oder gar abgebrochen werden.


Stehend v.l.: Senninger R., Krammer H., Montz J., Krammer J., Murlasits, M., Bischof H., Ernst W., Ifkovits E.
vorne: Kanz F., Pfleger A., Mayer E., Janisch A., Milan Linzer

Die 60er Jahre

Meistermannschaft 1962/63In den folgenden Jahren ging es sportlich ein wenig aufwärts. 1961/62 erkämpfte sich die Mannschaft den zweiten Platz in der 1. Klasse. Es war deutlich zu merken, Stegersbach drängte nach oben. Und schon im Spieljahr 1962/63 wurden alle Hürden genommen und der erste Platz in der Gruppe Süd erklommen.

Dieses Ereignis nahm man zum Anlass und lud den damaligen Staatsligaverein Vienna zu einem Freundschaftsspiel nach Stegersbach ein Vienna sagte zu - das Spiel wurde am 15. August 1963 ausgetragen.

Mit der Erringung des Meistertitels hatte es Stegersbach geschafft, in die zweite Liga Süd aufzusteigen, seitdem kann sich der Verein in dieser Liga behaupten, wenngleich manche Niederlage hingenommen werden musste.

Stehend v.l.: Ifkovits E., Mayer A.,Kirisits K., Wukovits H., Linzer M. Rauch A, Radnetter F.
kniend: Novakovits W., Piplits K, Feiertag E, Mandler F., Kern E., Murlasits W.

Die Neuwahl der Vereinsleitung ergab in dieswm Jahr folgende Ergebnisse:

Obmann: Ifkovits E.
Obmann- Stv.: Dir. Lörincz St.
Sektionsleiter: Radnetter F.
Sektionsleiter-Stv.: Plisnier F.
Schriftführer: Tobitsch H.
Schriftführer-Stv.: Bischof F.
Kassier: Fenz F.
Kassier-Stv.: Murlasits W.
Ordnerobmann: Sifkovits J,
Ordnerobmann-Stv.: Krammer K.
Zeugwart: Pelzmann F.
Revisoren: Schneider K, Schuch A., Pendl E., Schranz K.
Beisitzer: Pratl A, Graf H., Ing, Werderits
Spielervertreter: Kirisits K.
Verbandsdelegierter: Kalchbrenner J.

Stegersbach war schon vor dem Zweiten Weltkrieg bemüht, große Vereine aus Ungarn und auch den damals bereits gut bekannten Ligaverein der Staatsliga von Österreich, den GAK, für ein Match zu gewinnen. Aber auch nach dem Krieg holte man von Zeit zu Zeit besonders gute Mannschaften wie Sturm Graz, 1. Simmeringer Sportklub, Arbeitersportverein Siegendorf Zuckerfabrik, SC Eisenstadt, die Regionalligavereine Hutter & Schrantz Pinkafeld und Oberwart. Man schaute aber auch über die Staatsgrenze nach Ungarn und brachte die Vereine Szentpeterfa, Celldömök und Sarvar, und aus Deutschland kam der Sportklub Reichenhall.

 

Aktualisiert (Sonntag, den 07. Juni 2009 um 21:27 Uhr)